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Oscars 2026: 24 todsichere Tipps für alle Kategorien

«One Battle After Another» oder «Sinners»? Timothée Chalamet oder Michael B. Jordan? In der Nacht von Sonntag auf Montag werden zum 98. Mal die goldenen Männchen vergeben – und es wird in mehreren Kategorien verdammt spannend. Trotzdem: Einige Gewinner:innen stehen jetzt schon fest. Welche das sind, seht ihr im alljährlichen Oscar-Orakel.

Todsichere Tipps? Nun, die Tatsache, dass ich noch immer am Leben bin, beweist: So gut sind meine Tipps dann doch nicht.

Starten wir die Oscar-Tipps mit einem Rückblick:

  • 2018: 21 richtige Tipps
  • 2019: 16 richtige Tipps
  • 2020: 18 richtige Tipps
  • 2021: 18 richtige Tipps
  • 2022: 19 richtige Tipps
  • 2023: 15 richtige Tipps
  • 2024: 18 richtige Tipps
  • 2025: 17 richtige Tipps

Es wird nicht besser. Das Ziel von 20 richtigen Tipps liegt seit Jahren in weiter Ferne. Immerhin: Die Academy kommt mir entgegen und hat für dieses Jahr eine neue, 24. Kategorie hinzugefügt: Best Casting.

Das einzige Problem: Dummerweise sind dieses Jahr noch mehr Kategorien offen als in vergangenen Jahren. Das verspricht eine spannende Show, aber ein möglicherweise desaströses Ergebnis im Tippspiel.

Naja, was soll’s: Getippt ist halb gewonnen. Darum kommen nun die todsicheren Tipps für alle 24 (!) Kategorien an den Oscars 2026. Wie jedes Jahr sind die 24 Entscheidungen in drei verschiedene Kategorien aufgeteilt.

Oscars 2026: 24 todsichere Tipps für alle Kategorien - HAMNET
© Agata Grzybowska/FOCUS FEATURES LLC

Die Sure Bets:

Beste Hauptdarstellerin

Jessie Buckley, «Hamnet»

Bestes adaptiertes Drehbuch

Paul Thomas Anderson, «One Battle After Another»

Bester Filmsong

«Golden» aus «KPop Demon Hunters» (Ejae, Mark Sonnenblick, 24, Ido und Teddy Park)

Bestes Szenenbild

«Frankenstein» (Tamara Deverell und Shane Vieau)

Bestes Kostümdesign

«Frankenstein» (Kate Hawley)

Bestes Make-up & Beste Frisuren

«Frankenstein» (Mike Hill, Jordan Samuel und Cliona Furey)

Beste visuelle Effekte

«Avatar: Fire and Ash» (Joe Letteri, Richard Baneham, Eric Saindon und Daniel Barrett)

Oscars 2026: 24 todsichere Tipps für alle Kategorien - ONE BATTLE AFTER ANOTHER
© 2025 Warner Bros. Ent.

Entweder-oder:

Bester Film

Eigentlich ist es fast nicht möglich, dass «One Battle After Another» den grossen Preis verpasst. An praktisch allen Vorläufer-Awards – von den «Golden Globes» bis zu den Awards der Produzent:innen-Gilde – hat der Film den Hauptpreis geholt. Aber dann kamen die vielen Preise, die «Sinners» an den «Actor»-Awards der Schauspieler:innen-Zunft gewonnen hat … und plötzlich fand ein Vibe-Shift statt.

Trotzdem: Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Grossteil der europäischen Academy-Mitglieder (die meisten davon sind nicht Teil der Schauspieler:innen-Zunft) zu «Sinners» tendiert. Darum bleibe ich beim grossen Favoriten.

Beste Regie

Es ist nicht das letzte Mal, dass wir uns hier auf das Duell «One Battle After Another» (Paul Thomas Anderson) vs. «Sinners» (Ryan Coogler) berufen. Stürzt sich die Academy auf Zweiteren, besteht eine reelle Chance, dass Coogler auch hier gewinnt. Aber eben: So richtig daran glauben tue ich nicht.

Selbst wenn «Sinners» tatsächlich den Hauptpreis gewinnt, sehe ich die Chancen für einen Picture/Director-Split (= die beiden Preise gehen an zwei verschiedene Filme) immer noch als höher an, als dass Coogler diesen Preis hier PTA wegschnappt …

Bestes Originaldrehbuch

Dafür dürfte «Sinners» (Ryan Coogler) dann hier gewinnen. Dass ich minimale Chancen für «Sentimental Value» (Eskil Vogt und Joachim Trier) sehe, ist wohl eher realitätsfernes Wunschdenken.

Bester Animationsfilm

Auch hier will ich mich absichern. Klar, «KPop Demon Hunters» ist der grosse Favorit. Aber es ist ein Netflix-Film … der zuerst gar nicht im Kino lief – ganz im Gegensatz zu «Zootopia 2», der auf der ganzen Welt enorm viel Kohle einspielte. Vielleicht … Hear me out

Beste Filmmusik

Auch hier ist das Duell eher eines aus der Kategorie Wunschdenken: «Sinners» holt sich diese Kategorie, Ludwig Göransson gewinnt schon wieder. Dabei wäre doch Jonny Greenwood («One Battle After Another») mehr als überfällig …

Beste Kamera

Hier dürfte es hingegen umgekehrt laufen: «One Battle After Another» (Michael Bauman) holt sich den Preis.

Was auch bedeutet: Auch nach 98 Oscarverleihungen beträgt die Anzahl Kamerafrauen, die mit diesem Preis ausgezeichnet wurden, noch immer 0. Zero. Nada. Es sei denn, Autumn Durald Arkapaw («Sinners») gelingt die Überraschung.

Bester Schnitt

Auch hier dürfte «One Battle After Another» (Andy Jurgensen) triumphieren. Aussenseiterchancen hat eigentlich nur «F1» (Stephen Mirrione) …

Bester Ton

… der ja dann seinen wahrscheinlich einzigen Award in der Ton-Kategorie gewinnen dürfte: «F1» (Gareth John, Al Nelson, Gwendolyn Yates Whittle, Gary A. Rizzo und Juan Peralta).

Es sei denn, «Sinners» (Chris Welcker, Benjamin A. Burtt, Felipe Pacheco, Brandon Proctor und Steve Boeddeker) setzt zum grossen Siegeszug an.

Oscars 2026: 24 todsichere Tipps für alle Kategorien – MARTY SUPREME
© 2025 Ascot Elite Entertainment

Anything goes:

Bester Hauptdarsteller

Die vielleicht verrückteste Kategorie seit Jahren. Nicht nur, weil alle fünf Nominierten den Preis durchaus verdient hätten, sondern auch, weil die Gewinnchancen bei allen fünf nach wie vor intakt sind.

Michael B. Jordan («Sinners») hat das Momentum nach seinem Triumph bei den «Actor»-Awards, Wagner Moura («The Secret Agent») und Ethan Hawke («Blue Moon») sind die Darlings der cinephilen Academy-Mitglieder. Leonardo DiCaprio («One Battle After Another») darf man sowieso nie ganz auszählen (auch wenn er im Vorfeld der Stimmabgaben wenig öffentliche Auftritte hatte, da er zurzeit einen neuen Film mit Scorsese dreht) … und trotzdem … vielleicht bereue ich das ja, aber ich setze – Opern- & Ballett-Debakel zum Trotz – weiterhin auf Timothée Chalamet («Marty Supreme»).

Bester Nebendarsteller

Auch in der nächsten Schauspiel-Kategorie ist vieles offen. Geniesst «Sinners» Rückhalt bei der ganzen Academy, holt sich Delroy Lindo den Überraschungssieg. (Überraschung darum, weil er bei sämtlichen Vorläufer-Awards keine Rolle spielte.)

Stellan Skarsgård («Sentimental Value») sah lange wie der sichere Sieger aus, mittlerweile scheint trotzdem alles Richtung Sean Penn («One Battle After Another») zu zeigen … insofern es den Academy-Mitgliedern egal ist, dass Penn möglicherweise gar nicht erst an der Verleihung auftaucht.

Beste Nebendarstellerin

Amy Madigan («Weapons») dürfte hier eine Auszeichnung erhalten, die gleichzeitig auch eine Auszeichnung für ihr ganzes Lebenswerk ist, wie es in dieser Kategorie noch oft passiert.

Aber auch Wunmi Mosaku («Sinners») oder Teyana Taylor («One Battle After Another») sind hier möglich. Und ja, eigentlich hätte Inga Ibsdotter Lilleaas («Sentimental Value») diesen Preis ebenfalls mehr als verdient, aber … Wunschdenken, I know.

Bester internationaler Film

«Sentimental Value» ist dank seinen insgesamt 9 Nominationen der haushohe Favorit … aber wisst ihr noch, wie sich letztes Jahr der haushohe Favorit dem Underdog aus Brasilien geschlagen geben musste?

Nun, it’s that time of the year again! «The Secret Agent» steht in den Startlöchern. Und je nachdem, wie viel Einfluss aktuelle politische Entwicklungen haben, könnte auch Jafar Panahis «It Was Just An Accident» hier noch der lachende Dritte sein.

Bester Dokumentarfilm

Ich erwarte einen Sieg von «The Perfect Neighbor», weil der Film eine spannende Weiterentwicklung der dokumentarischen Form ist und eine der Co-Regisseur:innen (Geeta Gandbhir) ein gutes Standing in der Academy geniesst.

Nur: Leider spielt in dieser Kategorie die effektive Qualität des Films ja oftmals nur eine Nebenrolle. Das Thema ist meistens fast wichtiger – darum haben auch «Mr Nobody Against Putin» oder «The Alabama Solution» durchaus realistische Chancen.

Bestes Casting

Müsste klar an «Sinners» (Francine Maisler) gehen, aber weil der Preis in dieser Kategorie zum ersten Mal vergeben wird und wir noch keine Muster kennen, kann es natürlich auch sein, dass eine:r der anderen Casting-Direktor:innen hier gewinnt.

Nina Gold für «Hamnet», z. B. – einfach, weil sie eine sehr populäre Figur unter Schauspieler:innen ist und vielen von ihnen bereits eine Rolle verschafft hat.

Bester Dokumentar-Kurzfilm

Die Kurzfilm-Kategorien korrekt vorauszusagen, ist ja eigentlich unmöglich – weil viele Abstimmende die Shorts gar nicht erst schauen und dann auch nicht abstimmen.

Ich wage hier mal die Prognose «All the Empty Rooms», weil Netflix + dringliches Thema. Wobei auch die beiden HBO-Max-Filme «The Devil Is Busy» und «Armed Only with a Camera: The Life and Death of Brent Renaud» diese beiden Punkte erfüllen würden.

Bester Kurzfilm

«Two People Exchanging Saliva» ist der stylishe Film unter den Nominierten – trotzdem gewinnen hier oft eher basic Filme, die irgendeine aufbauende Message haben. Ich tippe darum auf «A Friend of Dorothy». Aber auch bei einem Erfolg des Netflix-Kurzfilms «The Singers» wäre ich nicht überrascht.

Bester animierter Kurzfilm

Das totale Roulette. Der ästhetische Kurzfilm «Papillon» im Kinderbuch-Stil? Der furchtbar kitschige «Forevergreen»? «The Three Sisters», der – mit Abstand – schlechteste Film unter allen Nominierten (und oftmals ist es dann eben genau der, der gewinnt)? Who knows. Ich sage «Retirement Plan», weil: sehr kurz und mit der Stimme eines berühmten Schauspielers.

Und wo kann man die Oscars 2026 live schauen?

In der Nacht von Sonntag, 15. März 2025, auf Montag, 16. März 2025 – entweder zuhause im TV auf SRF zwei oder im Stream auf Disney+ oder, falls ihr die Nacht mit Filmnerds verbringen wollt, an der Watch Party im Kino Xenix.

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