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Best of 2025 Bestenlisten Serien

Die 10 besten Serien 2025

Und ihr dachtet schon, ich hätte es vergessen…

Die Highlights aus zwölf Monaten Streaming, oder: the Dark Age continues. Die 10 besten Serien des Jahres – plus fünf zusätzliche Tipps.

Nachdem ich bereits zum dritten Mal in Folge kurz davor war, mich über das Serienjahr und dessen mässige Qualität zu beklagen, darf man wohl endgültig festhalten: It’s me, not them.

So viele Staffeln habe ich dieses Jahr mittendrin liegengelassen. So viele Titel, bei denen durchaus Potenzial vorhanden war, die entweder nicht aus dem Vollen geschöpft («Pluribus»? More like PluribuzZz! «The Lowdown», «Alien: Earth»), enttäuscht («Nobody Wants This» und «The Last of Us» mit ihren zweiten Staffeln: Could not get into it!) oder verärgert («The Bear» – mittlerweile ein lupenreiner Hate-Watch) haben. Meine Serienkrise scheint etwas Langfristiges zu sein.

Immerhin gibt es einen kleinen Lichtblick am Horizont: Am 13. Januar 2026 startet HBO Max endlich(!) auch bei uns. (Und wird dann ein halbes Jahr später wieder in die Netflix-Plattform integriert? Lichtblick already over.) Zwar waren HBO-Inhalte bei uns bislang über Sky Show verfügbar – allerdings oft verspätet, in seltsamen Wochenrhythmen oder, noch mühsamer, gar nicht vorhanden.

Die HBO Max-Titel des aktuellen Jahres, die es auf meine Bestenliste geschafft haben, waren bei uns nämlich beide schlicht nie verfügbar. Vielleicht sorgt der neue Player ja für mehr Abwechslung/Konkurrenz in zukünftigen Listen?

Honorable Mentions

Nicht auf der eigentlichen Bestenliste gelandet, aber mit Abstrichen trotzdem empfehlenswert:

  • «The White Lotus», Staffel 3 auf Sky Show: Gutes Setting, gewohnt starke Figuren, enttäuschendes Ende.
  • «Hacks», Staffel 4: Wie immer solide Comedy-Kost, trotzdem ist es vermutlich keine schlechte Idee, dass die fünfte Staffel die letzte sein wird.
  • «The Beast in Me» auf Netflix: Katz-und-Maus-Thriller über einen potenziell mörderischen Nachbarn – eine Ausgangslage, die wir mittlerweile ein Mal zu oft gesehen haben. Aber Claire Danes vs. Matthew Rhys ist ein Duell, dem man gerne zusieht.
  • «Black Rabbit» auf Netflix: Siehe «The Beast in Me». Tonfall und Setting – Hipster-Fine-Dining-Restaurant und seine moralisch maroden Besitzer – lassen das Herz nur bedingt höher schlagen. Cast (Jude Law & Jason Bateman) und das «Ozark»-eske Erzähltempo dafür umso mehr.
  • «Boyzone: No Matter What» auf Sky Show: Gute Tell-all-Dokuserie, bei der es letztlich gar keine grosse Rolle spielt, ob man die Musik dieser Boyband je mochte oder nicht.

So. Und nun zum Main Event: die 10 besten Serien 2025. Here they come, here they are!

(PS: Nein, das ist kein Apple-TV-Stan-Account. Und nein, ich werde auch nicht von Apple TV fka Apple TV+ gesponsert. Es gibt keinen Code LUCA10, mit dem ihr euer Abo günstiger verlängern könnt. Wirklich nicht. Mir ist beim Zusammenstellen dieser Liste – genauer gesagt: beim Zusammenstellen der Links, wo man die einzelnen Einträge streamen kann – lediglich aufgefallen, dass 40 % davon Apple-TV-Produktionen sind. Aber eben: reiner Zufall, ich schwör’s!)

Die 10 besten Serien 2025: Hal & Harper
© MUBI

#10
«Hal & Harper»

Nachdem nur wirklich sehr wenig dieser Etablierte:r Autor:innen-Filmemacher:in-bekommt-vom-Streamingdienst-den-Blankoscheck-Experimente aufgegangen sind – also jene überlangen Serien, bei denen man am Ende feststellt: Das wäre besser ein Film gewesen! –, war ich umso mehr überrascht, dass ausgerechnet Cooper Raiff hier eine ziemliche Punktlandung hinbekommen hat.

Raiff, ein Filmemacher, dessen erste zwei Filme («Shithouse» und «Cha Cha Real Smooth») ich eher durchzogen fand, verlagert hier seine sehr Sundance ca. 2009-geprägte Erzählsensibilität in ein anderes Medium (übrigens komplett unabhängig produziert; MUBI stieg erst später als Distributor ein) und findet sich dort erstaunlich gut zurecht.

«Hal & Harper» erzählt die Geschichte von Hal (Raiff selbst) und … Harper (Lili Reinhart), zwei ungesund unzertrennlichen Geschwistern, sowie ihrem Vater, gespielt von Mark Ruffalo. Inklusive Rückblenden ins Primarschulalter in denen Raiff und Reinhardt sich ebenfalls selbst spielen.

Alles hier ist permanent gefährlich nahe an Kitsch und unerträglicher Süsslichkeit, aber genau deshalb waren diese acht halbstündigen Episoden der perfekte Härtetest für mein jüngst ausgerufenes Year of Zen. Denn diese Art von Geschichte, die Raiff hier erzählen will, funktioniert wirklich nur dann, wenn man ihr vollkommen ohne Zynismus begegnet.

Streamen auf mubi (nur mit VPN)

#9
«Asura»

Vier Schwestern, ihr Vater und unzählige Affären im Tokio Ende der 1970er-Jahre. Meisterregisseur Kore-eda («Shoplifters», «Monster», «Nobody Knows»), der neben seinem grossen Kino-Output offenbar auch noch locker Zeit hat, ein siebenstündiges, perfekt inszeniertes historisches Drama zu drehen, liefert hier einen wunderbaren Eintrag ins viel zu wenig beachtete Genre des ~ 😊 Cozy TVs ~.

Die Stakes sind niedrig, das Erzähltempo gemächlich, aber es ist einfach eine Welt, in der man sich furchtbar gerne aufhält – gerade weil sie ästhetisch so prachtvoll realisiert wurde. Nicht aufdringlich, nicht flashy, aber auf Film gedreht und mit einem so perfekten Colorgrading, dass die Serie nicht nur 1979 spielt, sondern sich so anfühlt, als ob sie tatsächlich auch dann produziert wurde.

Streamen auf Netflix.

#8
«Slow Horses»
Season 5

Neues Jahr, neuer Fall für Jackson Lamb.

Die fünfte Staffel von «Slow Horses», rund um die Gruppe von in Ungnade gefallenen Spion:innen, die ins Slough House verbannt wurden und sich trotzdem immer wieder im Zentrum der Spy-Action wiederfinden, behandelt den Fallout der letzten Staffel und katapultiert die Spione mitten in eine explosive Bürgermeisterwahl in London (feat. Nick Mohammed aus «Ted Lasso»).

Das Resultat: die vielleicht bislang lustigste Staffel der Serie. Aber ja, «Slow Horses» ist eine so reibungslos laufende Maschine (Staffel 6 ist bereits abgedreht, Staffel 7 in Produktion), dass es fast schon überflüssig erscheint, noch irgendetwas Neues zu ihrer präzisen Mechanik zu formulieren.

Streamen auf Apple TV. Season 6 und 7 sind in Produktion.
Die 10 besten Serien 2025: The Studio
© Apple TV

#7
«The Studio»
Season 1

Ich liebe Hollywood-Satiren. Und «The Studio» ist die beste Art davon.

Diese zehnteilige Serie über einen Filmfan (Seth Rogan), der zum Boss eines Filmstudios wird und dort ziemlich schnell merkt, dass seine Idee richtige Regisseur:innen und deren originale Ideen fördern zu wollen – nicht nur den üblichen Fortsetzungs- und Franchisen-Quatsch – nicht wirklich umsetzbar ist, ist nicht selbstbeweihräuchernd feiernd («Entourage»), nicht unnötig zynisch («The Franchise»), sondern ein äusserst liebevolles Aufzeigen der alltäglichen Absurditäten, die einem in der Traumfabrik Los Angeles begegnen – und zugleich ein Liebesbrief an dieses System, ohne das Business je mit einer zu rosaroten Brille betrachten zu wollen.

Egal, ob mit obligaten Cameos von Hollywood-Grössen, die hier eine überzeichnete Version ihrer selbst spielen (Martin Scorsese, Charlize Theron, Zoe Kravitz), mit einer Hommage an «Chinatown», oder mit einer Episode, die eine Persiflage auf den Drang von Regisseur:innen ist, lange Szenen ohne Schnitt drehen zu wollen: das Team um Seth Rogen und Evan Goldberg (die von Jahr zu Jahr mehr zu den inoffiziellen Königen von Hollywood werden) trifft hier fast immer den richtigen Ton. Und im Fall der grandiosen Golden-Globes-Episode (#8) lieferte die Serie sogar die wohl beste Comedy-Episode des Serienjahres.

Streamen auf Apple TV. Season 2 ist in Produktion.

#6
«Adolescence»

Vier Episoden, vier Mal komplett ohne Schnitt gedreht. Ein Gimmick, das Regisseur Philip Barantini und Stephen Graham hier nicht zum ersten Mal anwenden (grosse Empfehlung: Barantinis Film «Boiling Point», ebenfalls mit Graham in der Hauptrolle und ohne Schnitt gedreht – keine Empfehlung: Barantinis One-Shot-Projekt mit Ed Sheeran). Und dennoch fühlt man sich schnell von der Form gelöst: die kühne Inszenierung wird ziemlich schnell mehr als nur ein Gimmick.

Die schnittlose Darstellung der Geschichte über den 13-jährigen Jamie (Owen Cooper), der eine Klassenkameradin ersticht, lässt den athletischen Aspekt des Filmemachens rasch in den Hintergrund treten und schafft es stattdessen die Dringlichkeit und Überforderung aller Beteiligten in einer derart extremen Situation doppelt und dreifach zu unterstreichen (Episode 1).

In der stärksten Episode – Episode 4 – tritt dann das nachvollziehbar Menschliche in den Vordergrund: Das schreckliche Ereignis lässt die Familie Owens nie los und zeigt, wie ein vermeintlich harmloser Familienausflug innerhalb weniger Minuten vollkommen aus dem Ruder läuft. Ein für einmal gerechter Hype.

Streamen auf Netflix
Die 10 besten Serien 2025: Severance
© Apple TV

#5
«Severance»
Season 2

Ein paar Antworten, unzählige neue Fragen und die schleichende Gewissheit, dass wir wohl nie vollständige Klarheit über all die angedeuteten Mysteries erhalten werden: War die erste Staffel von «Severance» das inoffizielle Bewerbungsschreiben, in die Fussstapfen von «Lost» treten zu dürfen, war die zweite die offizielle Bestätigung.

Aber – um gleich nochmals auf «Lost» zurückzukommen – einigen fragwürdigen erzählerischen Entscheidungen oder Episoden zum Trotz: Der Schlusspunkt war so stark, dass man am liebsten schon morgen in Staffel 3 eintauchen würde.

Streamen auf Apple TV. Season 3 ist in Produktion.

#4
«Mr. Scorsese»

Martin Scorsese spricht fast fünf Stunden lang über beinahe jeden seiner Filme, über seinen Bezug zu Religion, über Darstellungen übermässiger Gewalt, über die vielen kommerziellen Erfolge und Misserfolge sowie die Reaktionen der Kritik. Dazu kommen u. a. Daniel Day-Lewis, Mick Jagger, Jodie Foster, Robert DeNiro, Leonardo DiCaprio, Thelma Schoonmaker, Paul Schrader, Steven Spielberg, Sharon Stone sowie Jugendfreunde (darunter die direkte Inspiration für DeNiros Figur in «Mean Streets») zu Wort.

Als Filmfan gab es dieses Jahr kaum ein grösseres Geschenk als dieses fünfteilige Portrait von Rebecca Miller, das in seiner Machart zwar recht konventionell, dafür inhaltlich voller Futter für cinephile Köpfe ist. So etwas müsste es eigentlich über jede:n Regisseur:in geben.

Einziger Wermutstropfen: Fünf Stunden reichen nicht aus! Wo war der Part über «Hugo»??? Nächstes Mal doppelt so lange, bitte.

Streamen auf Apple TV
Andor. Auch gut!
©2024 Lucasfilm Ltd. & TM. All Rights Reserved.

#3
«Andor»
Season 2

«Star Wars» kann mehr als Lichtschwerter oder – schon wieder – eine Skywalker-Story erzählen. Das wussten wir bereits nach der ersten, grossartigen «Andor»-Staffel.

Dass «Star Wars» aber auch eine Geschichte erzählen kann, die detailgetreu beleuchtet, welche Opfer nötig sind, um eine politische Rebellion gegen einen übermächtigen Opressor erfolgreich durchzuführen – und das besser als fast alle anderen Serien oder Filme, selbst solche, die nicht in einer Fantasiewelt spielen – ist nach wie vor … nun ja … wie um alles in der Welt konnte man das an Disney vorbeischmuggeln?! Und dann noch mit diesem Budget?

Ich kann nur nochmals betonen: Wer mit «Star Wars» abgeschlossen hat, findet hier einen perfekten Wieder- oder Neueinstiegspunkt. Weil «Andor» nur am Rande «Star Wars» ist – aber gerade darum eben doch voll und ganz allem entspricht, was «Star Wars» einst sein wollte. Und zeigt, wieso dieses Film- und Serienuniversum seit bald 50 Jahren zu den einflussreichsten Marken Hollywoods gehört … und warum man es eben doch noch nicht vollständig abschreiben sollte.

Streamen auf Disney+

#2
«100 Foot Wave»
Season 3

Die – erneut – beste Dokuserie des Jahres zeigt einmal mehr, welchen körperlichen Tribut jahrelanges Extrem-Surfen vom Big Wave-Pionier Garrett McNamara fordert, wie es langsam aber sicher die Beziehung zu seiner Familie unkittbar belastet und warum er trotzdem nie die Finger davon lassen wird.

Die dritte Staffel erweiterte die bunte Welt dieser Extremsportler:innen aber auch: Episode 3 – bam – plötzlich lernen wir den verrückten Cortes Bank-Unterseehügel kennen, 100 Meilen vor der Küste Kaliforniens, wo seit Jahrzehnten gigantische Wellen entstehen, die da sind, um besurft zu werden – stets eingefangen von waghalsigen und nie langweilig werdenden über-und-unter-Wasser-Kamerafahrten und weiterhin untermalt von der triumphalen Filmmusik von Philip Glass.

Streamen ab dem 13. Januar 2026 auf HBO Max
Die 10 besten Serien 2025: The Pitt
© Warrick Page/MAX

#1
«The Pitt»
Season 1

Irgendwie sinnbildlich für ein durchzogenes Serienjahr: Die beste Serie des Jahres ist zugleich diejenige, die am ehesten an das gute alte Fernsehen erinnert.

Aber nicht an das Sopranos-eske Goldene Zeitalter, nein, an die 90ies. So richtig Oldschool eben, als Ärzt:innen Woche für Woche ihre Patient:innen im Notfall retteten. So wie es hier Dr. Robbie (Noah Wyle) und seine Crew in der Notfallstation eines Pittsburgher Spitals tun – nur ein bisschen expliziter und noch realistischer als damals bei «E.R.». Und ohne den beziehungstechnischen Firlefanz wie bei «Grey’s Anatomy». Was aber nicht bedeutet, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen inmitten der verrückten Eingriffe, bei denen deglovte Finger oder Opfer eines Massenattentäters behandelt werden, zu kurz kommen.

«The Pitt» ist die Wiedergeburt und Weiterentwicklung der klassischen Serie … die einfach nur eine Serie sein möchte. Woche für Woche eine neue Folge. Keine 200-Millionen-Dollar-Live-Action-Anime-Adaption, kein Mord unter den Schönen und Reichen in den Hamptons mit zwei ehemaligen Leinwandstars in den Hauptrollen – sondern einfach nur Ärzt:innen an der physischen und psychischen Belastungsgrenze und allem, was während einer verrückten Nacht passiert (die 15 Episoden spielen quasi in Echtzeit über 15 Stunden einer einzigen Nachtschicht).

Und wie es sich für das gute alte TV gehört, muss man auch nicht drei Jahre auf die nächste Staffel warten. Fast hätte ich hier Makes TV Great Again geschrieben. Aber nur fast.

Streamen ab dem 13. Januar 2026 auf HBO Max. SEASON 2 wird dann ebenfalls verfügbar sein.
Alles schon gesehen? Dann nichts wie rüber zur Liste der 20 besten Filme 2025 … oder ab in die Kommentarspalte um uns zu sagen, wie unrecht wir haben oder was wir alles verpasst haben.

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